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Um mögliche Prostatakarzinome präziser und vor allem schonender als bisher zu diagnostizieren, hat Prof. Dr. Tilman Loch ein neues Verfahren entwickelt, das eine Weiterentwicklung der konventionellen, transrektalen Ultraschalluntersuchung (TRUS) ist. 

Das neue Verfahren stellt computerunterstützt (C-TRUS) zusätzliche Informationen aus den Aufnahmen dar und wertet sie aus, da sie augenscheinlich nicht erkennbar sind. Basis dafür ist die „artifizielle neuronale Netzwerkanalyse“ (ANNA). Bisher wurde in Flensburg das Verfahren bei über 3.000 Patienten aus dem In- und Ausland erfolgreich angewendet. Dabei wurden ca. 430 Tumore entdeckt, die auch nach im Mittel 12 negativen vorigen Biopsien nicht erkannt worden waren.

Langfristiges Ziel ist es, auf der Basis ultraschallgestützter Bildgebung nicht nur die Diagnostik sondern auch die Therapiesteuerung nach neuesten Standards zu ermöglichen, auch wenn die Anwender international verteilt sind. Das Verfahren soll über ein Netzwerk intensiv weiter entwickelt werden. Perspektivisch könnte ANNA auch für die Diagnostik und Therapie anderer Organsysteme entwickelt werden. 

Akteure: 

Projektleiter: Prof. Dr. Tillmann Loch, Chefarzt der Klinik für Urologie des Diakonissenkrankenhauses Flensburg, Lehrkrankenhaus der Christian-Albrechts-Universität, Kiel; Gesundheitsinitiative des Landes Schleswig-Holstein, Netzwerk innovative urologische Diagnostik Flensburg, Überregionale Beteiligung von Fachärzten, Kliniken und Universitätskliniken. Fort- und Weiterbildung über die Arbeitskreise Bildgebende Systeme der DGU und EAU.

Ergebnisse: 

Erwartet werden die kontinuierliche Weiterentwicklung der medizinischen Möglichkeiten der Methode und die optimierte Ausbildung von Ärzten der Partnerorganisationen. Ebenfalls im Fokus steht der Ausbau der Excellenz des medizinischen Forschungs- und Weiterbildungsstandortes Flensburg, sowie die Sicherung hoch qualifizierter Arbeitsplätze in der Region. 

Der Nutzen liegt in der Partizipation an den medizinischen Möglichkeiten der Methode, deren Weiterentwicklung und der Ausbildung. Die Methode als solche optimiert das leitliniengerechte Handeln des Urologen bei Patienten mit Tumorerkrankungen der Prostata und wird daher aufgrund der bestehenden wissenschaftlichen Ergebnisse definitiv zur Optimierung der Krankenversorgung beitragen.