Regionen » Gesundheitsmetropole Ruhr » PROFILE / Prädiktive Biomarker und Drug Targets f…

PROFILE / Prädiktive Biomarker und Drug Targets für das individualisierte Management von Lebererkrankungen

Javascript is required to view this map.

Das PROFILE-Konsortium ist auf die wichtigsten akuten und chronischen Lebererkrankungen in einem multidisziplinären Ansatz fokussiert. Ziel ist es, neue Marker zu identifizieren, die eine Diagnostik im Frühstadium, ein personalisiertes Therapiemonitoring sowie den effizienteren Einsatz bereits bestehender sowie die Entwicklung neuer medikamentöser Therapieoptionen ermöglichen. Das Vorhaben versteht sich als anwendungsorientierte Forschung, die mit industriellen Kooperationen und einer mittelfristigen Verwertungsperspektive verbunden ist. Das Konsortium ist Teil eines sich an der Ruhr mit den Schwerpunkten Essen, Bochum und Dortmund entwickelnden Verbundes der medizinischen Bioanalytik und Proteindiagnostik, der auch Projekte im Bereich neurodegenerativer und gastrointestinaler Erkrankungen umfasst. Das 2011 begonnene Vorhaben wird von der EU und dem Land NRW gefördert. 

Akteure: 

Universitätsklinikum Essen (Leitung) 
Medizinisches Proteom Center der Ruhr-Universität Bochum
PROFILE biotech GbR
Cires GmbH
MedEcon Ruhr GmbH

Ergebnisse: 

Gemäß WHO leiden weltweit über 1 Mrd. Menschen an einer Lebererkrankung. Allein in Deutschland werden jährlich 80.000 Patienten wegen schwerer Lebererkrankungen stationär behandelt, und jedes Jahr sterben ca. 30.000 Menschen an den Folgen ihres chronischen Leberversagens. Im Gegensatz zu nierenkranken Patienten gibt es bislang für Leberpatienten keine Therapie - mit Ausnahme der Lebertransplantation - die die hohe Morbidität und Mortalität dieser Patienten deutlich senken kann. Eine Diagnose von Leberkarzinomen im Frühstadium zu diagnostizieren würde eine Therapie mit effektiven Heilungschancen erst ermöglichen. Bei Fettlebererkrankungen oder Leberzirrhosen würden Marker, die eine nicht-invasive Diagnostik ermöglichen, einen deutlichen Vorteil gegenüber den heutigen Standards mit sich bringen. Ein personalisiertes Therapiemonitoring würde zudem die Therapiekosten erheblich senken, da Therapie-Non-Responder bereits kurz nach Beginn der Therapie zuverlässig bestimmt werden können. 

Die Region baut mit diesem und ähnlichen Vorhaben ihre schon starke Position auf dem Gebiet der medizinischen Bioanalytik und Proteomics aus. Hunderte von Arbeitsplätze sind schon in den Forschungszentren der Region – wie etwa dem Medizinischen Proteomcenter in Bochum - entstanden. In Verbindung damit entwickelt die klinischen Partner – hier vor allem das Universitätsklinikum Essen – Konzepte zum personalisierten Management von schwerwiegenden Erkrankungen (in diesem Fall der Leber). Unternehmensausgründungen zielen auf bioanalytische Forschungsdienstleistungen und die Verwertung wirkstoffrelevanter Biomarker. Hierauf zielt auch die Profile GmbH, die sich in Verbindung mit dem Projekt in Gründung befindet. Die Region wird damit zunehmend zu einem interessanten Partner der pharmazeutischen Industrie.