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SNAP Versuchsstand zur Entwicklung von sensorbasierter neuronal adaptiver Prothetik

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Der Versuchstand stellt eine Technologieplattform dar, welche von Unternehmen für die Entwicklung und Anwendung „intelligenter“ Prothesen und Orthesen sowie prothetischer Hilfsmittel genutzt werden soll. Gehirnaktivitäten beim Bewegungsablauf geben in Form „neuronaler Fingerprints“ (bzw. entsprechender EEG-Muster) Auskunft über physiologische Kenngrößen, was wiederum mit Hilfe einer geeigneten Mess- und Sensortechnik zu einer individuell optimierten Anpassung orthopädischer Hilfsmittel – zunächst bei unteren Extremitäten - genutzt werden kann. Das Vorhaben ist Teil eines im Aufbau befindlichen regionalen Verbundes für Prothetik und Rehabilitationstechnik an der Ruhr. Das 2011 begonnene Vorhaben wird von der EU und dem Land NRW gefördert.

Akteure: 
  • Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionslehre (LMK) der Ruhr-Universität Bochum
  • International Graduate School for Neuroscience (IGSN) der Ruhr-Universität Bochum
  • Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (Duisburg)
  • RIF - Dortmunder Initiative zur rechnerintegrierten Fertigung e.V. (RIF)
  • Labor für Biomechanik an der Fachhochschule Münster in Steinfurt
  • Entwicklungsgesellschaft - Ruhr Bochum mbH (EGR)
  • Sensor Basierte Neuronal Adaptive Prothetik GmbH (SNAP).
Ergebnisse: 

Die konventionelle Prothetik ist nur in eingeschränkter Weise in der Lage, Bewegungsfähigkeit situations- und personengerecht wiederherzustellen. Mit Hilfe des Versuchsstandes sollen nunmehr gangspezifische neuronale Steuerungsmuster (sog. neuronale Fingerprints) bei gesunden Probanden erfasst werden. Diese Muster entstehen schon im Falle von Bewegungsabsichten und können daher – so das Projektziel – auch als Schaltimpulse für neuartige Prothesen verwendet werden. Für die Lebensqualität der Betroffenen wie auch ihre Reintegration in soziale Prozesse und das Berufsleben hätte eine derartige Perspektive eine - auch volkswirtschaftlich gesehen – enorme Bedeutung. 

Dabei setzt SNAP regional auf das Zusammenwirken von Neurowissenschaften, verschiedenen Zweigen der Ingenieurswissenschaften und der Medizin. In Verbindung mit anderen technischen Partnern wie auch Partnern aus medizinischen Rehabilitationseinrichtungen sollen über den Versuchsstand hinaus komplementäre Entwicklungsvorhaben, Gründungen und Ansiedlungen angestoßen werden. So ist in enger Nachbarschaft zu SNAP erst jüngst ein auf Exoskelett-Technologien spezialisiertes japanisches Unternehmen an der Ruhr platziert worden. Für den Versuchsstand wie auch die mittelfristig zu eröffnenden Verwertungsperspektiven als Entwicklungsdienstleister ist die SNAP GmbH gegründet worden.